Fachkräftemangel in Deutschland - Daten & Fakten
Welche Branchen sind besonders stark betroffen?
Die Berufsgruppen mit den meisten offenen Stellen sind Verkaufsberufe (z.B. Einzelhandel) und medizinische Gesundheitsberufe (z.B. Pflege). Unter den Berufsgruppen mit den meisten offenen Arbeitsstellen befinden sich zudem zahlreiche Handwerksberufe.Engpassberufe weisen teilweise Vakanzzeiten von mehr als 280 Tagen auf. Das heißt, Arbeitgebende müssen durchschnittlich gut ein Dreivierteljahr auf geeignetes Personal warten, bis die ausgeschriebene Stelle nachbesetzt werden kann. Vor allem für Berufe im Baugewerbe sind die Vakanzzeiten überdurchschnittlich lang. Viele handwerkliche Unternehmen bemängeln außerdem seit Jahren einen Mangel an Auszubildenden. Die Anzahl unbesetzter Ausbildungsplätze in Deutschland lag im Jahr 2023 bei über 73.000 Stellen – Tendenz steigend.
Ursachen des Fachkräftemangels – und mögliche Lösungen
Die aktuellen Ursachen des Fachkräftemangels in Deutschland sind das Ergebnis mehrerer sich verschärfender Trends und struktureller Defizite. Die Diskussion in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft identifiziert als zentrale Treiber insbesondere den demografischen Wandel, wachsende Qualifikationslücken, begrenzte Erwerbsbeteiligung bestimmter Gruppen und eine unzureichende Integration von Zuwanderung.Der demografische Wandel zeigt sich vor allem im Rückgang der Erwerbsbevölkerung: Bereits 2024 ist das Durchschnittsalter in Deutschland auf 44,9 Jahre angestiegen, während gleichzeitig die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter sinkt. Bis 2035 wird mit dem Ausscheiden der Babyboomer sieben Millionen Fachkräfte weniger zur Verfügung stehen, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) prognostiziert.
Potenziale schlummern darüber hinaus in der Anzahl der arbeitslosen Personen, die durch Umschulungen und Weiterbildungen in Berufe mit großem Personalmangel integriert werden könnten.
Zudem könnte eine verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie förderlich sein. Die Erwerbstätigenquote erreichte zuletzt rund 81 Prozent. Dabei lag die Quote der Männer über dem Durchschnitt, die der Frauen entsprechend darunter. Die Gründe für den Geschlechterunterschied liegen in erster Linie in der weiterhin dominierenden Rollenverteilung in der Kinderbetreuung. Der Steigerung der Erwerbstätigkeit von Frauen wird vielfach eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels zugeschrieben.
Einige Branchen werben indes im Ausland um qualifiziertes Personal, um offene Stellen zu besetzen. Die Anzahl der Zuwandernden muss in den zukünftigen Jahren aller Voraussicht nach hoch bleiben, damit der deutschen Wirtschaft genügend Personal zur Verfügung steht.



























































