Wahljahr 2025 in Deutschland: Alle Wahlen im Überblick
Neuwahlen des Bundestags am 23. Februar
Nach den Bundestagswahlen 2021 formte sich zum ersten Mal in der Historie der Bundesrepublik eine Koalition aus drei politischen Partnern. Die selbsternannte „Fortschrittskoalition“ aus SPD, Bündnis 90/ Die Grünen sowie der FDP konnte zwar einige Reformen anstoßen, die Politik wurde jedoch von globalen Krisen getrieben, besonders der Krieg in der Ukraine mit den politischen und ökonomischen Konsequenzen beeinflusste die Regierungsarbeit maßgeblich. Die Kommunikation zwischen den Koalitionspartnern, aber auch gegenüber der Öffentlichkeit, erschien während der gesamten Legislatur in keinem guten Licht: Streitigkeiten innerhalb der Koalition wurden öffentlich ausgetragen und trugen ihren Anteil dazu bei, dass die Bewertung der Regierungsarbeit kontinuierlich abfiel.Am 06. November 2024 folgte der Bruch der Ampel-Koalition: Bundeskanzler Olaf Scholz entließ den Bundesfinanzminister der FDP, Christian Lindner. Die Differenzen in Fragen der Finanz- und Wirtschaftspolitik schienen zwischen den Partnern unüberbrückbar. Nach der Entlassung Lindners traten die FDP-Bundesminister Heiko Buschmann und Christina Stark-Watzinger zurück, der Verkehrsminister Volker Wissing trat stattdessen aus der FDP aus und blieb Mitglied im Kabinett.
Durch die fehlenden Stimmen der FDP-Fraktion besaß die Bundesregierung keine Mehrheit im Plenum des Bundestags. Zwar versuchte die Minderheitsregierung aus SPD und Grünen noch einige Reformen zu verabschieden, das Ende der Bundesregierung wurde jedoch mit dem Stellen der Vertrauensfrage durch Bundeskanzler Scholz am 16. Dezember besiegelt. Am 27. Dezember verkündete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Auflösung des Bundestags und das Datum der vorgezogenen Neuwahl.
Union siegt mit deutlichem Abstand, rechtspopulistische AfD wird zweitstärkste Kraft
Die Union aus CDU und CSU gewinnt die Bundestagswahl 2025 mit rund 28,5 Prozent der Stimmen. Die konservative Partei strebte die 30-Prozent-Marke, dennoch ist die Freude bei der CDU/CSU über den Wahlsieg groß. Gegenüber der Wahl 2021 konnte die Union ihr Ergebnis um rund 4,3 Prozentpunkte verbessern. Die wesentliche größeren Stimmgewinne verzeichnete die AfD - die rechtspopulistische Partei konnte sich im Vergleich zur Bundestagswahl 2021 verdoppeln und wurde mit 20,8 Prozent zweitstärkste politische Kraft. Die AfD erreichte vor allem in Ostdeutschland hohe Zustimmungswerte.Hingegen verloren die Parteien der Ampel-Regierung deutlich an Zustimmung. Die SPD erzielte das schlechteste Ergebnis in der Parteihistorie. Die Grünen verloren zwar nur drei Prozentpunkte gegenüber der Wahl 2021, können mit dem Ergebnis von 11,6 Prozent dennoch nicht zufrieden sein. Die FDP erreichte nicht die 5-Prozent-Hürde und schied von der Regierungsbank aus dem Bundestag aus. Die Linke feierte hingegen im Wahlkampf ein politisches Comeback und zog mit 8,8 Prozent der Stimmanteile in den Bundestag ein. Das BSW verpasste den Einzug in den Bundestag um 0,03 Prozentpunkte.
Nach den Koalitionsverhandlungen konnte die neue Bundesregierung unter der Führung des Bundeskanzlers Friedrich Merz vereidigt werden. Die politische Zusammenarbeit begann jedoch holprig - zum ersten Mal in der Historie der Bundesrepublik benötigte ein Kanzlerkandidat einen zweiten Wahlgang. Im ersten Wahlgang fehlten Merz 18 Stimmen aus der eigenen Koalition.







































































































